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Mittwoch, 22. Februar 2012
Brustvergrösserung

Sichere Brustimplantate

Implantat ist nicht gleich Implantat, hier gibt es nicht nur Preis - sondern auch erhebliche Qualitätsunterschiede. Fragen Sie Ihren Plastischen Chirurgen immer, welche Firma die für Sie ausgesuchten Implantate herstellt. In der Schlosspark Klinik werden nur bewährte und sichere Implantate von anerkannten Firmen ( Fa. Mentor und Fa.Polytech ) verwendet. 

Unser Rat: 
Schauen Sie in Ihrem Implantatpass nach, dort steht der Name der Herstellerfirma.
Sollten Sie Implantate der Firma PIP haben, so vergewissern Sie sich, ob Sie mit Hydrogel oder mit Silikon gefüllte Implantate erhalten haben. Die Reklamationen beziehen sich nur auf Silikongefüllte Implantate.

Haben Sie Hydrogelgefüllte Implantate, dann können Sie ganz beruhigt sein.

 

Wenn Sie unsicher sind, wir sind immer für Sie da!

Auch wenn Sie in einer anderen Klinik waren, wir beraten Sie gerne.

PIP - Stellungnahme des BfArM

PIP - Stellungnahme des BfArM

(Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

 

Das BfARM ist am vergangenen Freitagabend der gemeinsamen Empfehlung von DGPRÄC, DGS und DGGG gefolgt und hat zur vorsorglichen Entfernung der Implantate von PIP und Rofil geraten, hier der Link zu der entsprechenden Presseinformation:

www.bfarm.de/DE/BfArM/Presse/mitteil2012/pm01-2012.html?nn=1009636

 

Pressemitteilung 06.01.2012
Das BfArM hat am 23.12.2011 eine Empfehlung ausgesprochen, wonach sich betroffene Patientinnen vom Arzt auf mögliche Rissbildungen der Implantate hin untersuchen lassen sollten, um anschließend über jeweils geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung entscheiden zu können. Aufgrund in den letzten Tagen zunehmend eingehender Mitteilungen von Ärzten, Fachgesellschaften und Kliniken erweitert das BfArM diese Risikobewertung von PIP- bzw. Rofil-Brustimplantaten. Diese Mitteilungen sagen aus, dass Silikon auch aus solchen Implantaten vermehrt und im Zeitverlauf zunehmend austreten („ausschwitzen“) kann, bei denen keine Rissbildung vorliegt.
„Die Mitteilungen von Ärzten, Fachgesellschaften und Kliniken zeigen, dass mögliche Gesundheitsrisiken durch vermehrt ausgetretenes Silikon auch dann entstehen können, wenn keine Rissbildung vorliegt. Das BfArM empfiehlt daher, dass die betroffenen Implantate als Vorsichtsmaßnahme entfernt werden sollten. Wie dringend eine Entnahme im Einzelfall ist, hängt wesentlich davon ab, wie lange die Patientin das Implantat bereits trägt. Dies sollte deshalb vor jeder Operation zwischen Arzt und Patientin besprochen werden“ sagte Prof. Dr. Walter Schwerdtfeger, Präsident des BfArM.
Das BfArM steht in engem Kontakt mit den zuständigen Landesbehörden und Fachgesellschaften sowie den Behörden im europäischen Ausland, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen. In diesem Zusammenhang weist das BfArM Ärzte und Kliniken nochmals eindringlich auf ihre Meldeverpflichtung hin, wenn in der Praxis Schadensfälle auftreten. Nur auf Basis dieser sogenannten Vorkommnismeldungen kann das BfArM Maßnahmen zur Risikominimierung treffen.

Fehlerhafte Brustimplantate

Die Vorwürfe gegen die Firma PIP gibt es schon längerem - wir haben bereits im März 2010 darauf hingewiesen. 
Es geht um die Füllmasse der Silikon-Implantate - hier hat die Firma PIP offensichtlich minderwertiges Material in der Zeit von 2001 - 2010 verwendet.

Für unsere Patientinnen gibt es keinen Grund beunruhigt zu sein, da wir in dieser Zeit keine PIP-Implantate eingesetzt haben.

Wenn Sie dennoch Fragen zu Ihrem Implantat haben, rufen Sie uns an.

PIP - Stellungnahme von POLYTECH

Stellungnahme zu Beitrag RTL 21. Dezember 2011 bzgl. Implantate aus Frankreich:

 

"In o.g. Beitrag wurde irreführenderweise Material verwendet, das RTL in anderem Zusammenhang unseren Produktionsräumen gedreht hat. Wir möchten darauf hinweisen, dass unsere hochwertigen Produkte nicht mit jenen eines Billiganbieters zu vergleichen sind. 
In dem RTL-Beitrag kommt Prof. Dr. Peter Hillemanns von der Medizinischen Hochschule Hannover zu Wort. Er macht darin die Aussage, dass Mediziner davon ausgingen, dass es sich bei dem von ihnen verwendeten Material um hochwertige Produkte handelte und sie deshalb keine Verantwortung träfe. Das ist unseres Erachtens abwegig: Wer billig einkauft muss damit rechnen, dass er minderwertige Ware erhält. Und wer diese verwendet, der trägt auch die Verantwortung für den Schaden am Patienten. Der Preisdruck am Markt, der durch das Einkaufsverhalten von Kliniken noch verstärkt wird, trägt dazu bei, dass Hersteller versuchen, günstigere Alternativen zu finden – und das geht meist zulasten der Qualität. Qualitätsprodukte haben ihren Preis, das beginnt beim Rohmaterial, geht über Fertigung, Kontrolle und Lieferung bis zur Nachsorge. Nicht umsonst haben wir mit Implants of Excellence ein Garantieprogramm für Brustimplantate aufgestellt, mit dem wir auch nach der Implantation das Wohlbefinden unserer Patientinnen verfolgen. 
Interessenten laden wir gern ein, unsere Produktionsstätten in Dieburg zu besuchen. Bei dieser Gelegenheit werden unsere Fachleute alle bestehenden offenen Fragen zu unterschiedlichen Produktionsverfahren und -materialien erläutern. "
Wilfried Hüser   Pascal Hüser 

Brustimplantate - Deutsche Behörden warnen vor Panik wegen Brustimplantaten !

gelesen: FAZ online, 23.12.2011

www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/silikonkissen-aus-frankreich-deutsche-behoerden-warnen-vor-panik-wegen-brustimplantaten-11578575.html

 

Silikonkissen aus Frankreich: Deutsche Behörden warnen vor Panik wegen Brustimplantaten
23.12.2011  ·  Nachdem das französische Gesundheitsministerium 30.000 Frauen aufgefordert hat, ihre Brustimplantate vorsorglich entfernen zu lassen, weil diese reißen könnten, mahnen deutsche Behörden zur Besonnheit.
Von Andreas Mihm

Die französische Regierung empfiehlt 30.000 Frauen die vorsorgliche Entfernung von Brustimplantaten, auch wenn die Gefahr eines erhöhten Krebsrisikos nicht nachgewiesen ist. Das Gesundheitsministerium in Paris nannte die Operations-Empfehlung, die Produkte des nicht mehr existierenden Unternehmens Poly Implant Prothèse (PIP) betrifft, am Freitag "rein vorsorglich und ohne Dringlichkeit".
Deutsche Behörden wollen dem Appell nicht folgen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) riet besorgten Patientinnen zur Konsultation des behandelnden Arztes, nicht aber pauschal zur Entfernung der Implantate. Man müsse individuell das Risiko abwägen, sagte Sprecher Maik Pommer. Die Operation zur Entfernung des Implantats könne für Frauen ein höheres Risiko darstellen als ein bei den umstrittenen Implantaten drohender Riss. Es sei aber wiederum nicht auszuschließen, dass im Einzelfall die Entfernung zu empfehlen sei.
Nur wenige Patientinnen in Deutschland
Ähnlich lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC). Zunächst sollten Frauen in ihrem Implantat-Pass nachschauen, ob die verwendete Prothese von dem französischen Hersteller PIP stamme. In dem Pass müssten Hersteller und Chargenummer registriert sein. Falls das zutreffe, sollte der Operateur oder ein Facharzt zur Kontrolle und Beratung aufgesucht werden. Vermutlich seien in Deutschland nur wenige Patientinnen davon betroffen, weil hier meist Produkte anderer Hersteller verwendet wurden. Der Präsident der Fachgesellschaft, Sven von Saldern, schätzt die Zahl der PIP-Implantate auf einige hundert. Genaue Zahlen über Implantate liegen nicht vor.
Die DGÄPC schätzt die Zahl der Eingriffe auf rund 60 000 im Jahr. Die allermeisten Eingriffe fallen in die Kategorie "Schönheitsoperationen". Das ergibt sich aus der Zahl Operationen, die die gesetzlichen Krankenkassen aus medizinischen Gründen bezahlt haben. Laut ihrem Spitzenverband waren das im vergangenen Jahr 1885 Implantate. In den Fällen zahlen die Kassen auch für eine medizinisch begründete Entfernung. In allen anderen Fällen zahlen sie die Untersuchung und - so medizinisch geboten - auch für die Entfernung des Implantats. Allerdings können die Kassen einen "angemessenen Kostenbeitrag" von den Patientinnen verlangen.
Weitere Artikel
    •    Minderwertige Implantate: Frankreich rät 30.000 Frauen zu Brust-Operation 
Die PIP-Silikoneinlagen waren bereits im vergangenen Jahr auffällig geworden, unter anderem weil sie zur Bildung von Rissen im Silikonkissen neigten. Grund ist offensichtlich, dass der Hersteller aus Finanzgründen eine anderes als das angegebene und zugelassene Gel verwendete. Der TÜV Rheinland, der das Produkt für Europa zertifiziert hatte, hat deswegen in Marseille Strafanzeige gegen PIP erstattet. Man sei von der Firma "nachweislich umfassend und fortgesetzt getäuscht worden", weil sie Änderungen an der Silikonart nicht mitgeteilt habe. Das Zertifikat hatte der TÜV nach Bekanntwerden der Fehler im März 2010 ausgesetzt.
Krebsgefahr nicht bewiesen
In Deutschland sind die PIP-Produkte nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums seit April 2010 verboten. Ärzte wurden zu Berichten über die Verwendung der Implantate aufgefordert. Auch die Öffentlichkeit wurde informiert. Bei betroffenen Patientinnen, die regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen gingen, sollte der Arzt das Risiko deshalb in der Regel abgeschätzt haben, hieß es bei der Fachgesellschaft. Das BfArM weiß in 19 Fällen von Rissen in diesen Implantaten. Es sei anzunehmen, dass sie in Deutschland hier mit einer ähnlichen Rate aufträten wie in Frankreich. Dort gilt eines von 30 Implantaten als schadhaft.
Einen Beweis, dass die defekten Silikoneinlagen krebserregend seien, gebe es nicht. Dieser Verdacht hatte die Debatte zuletzt befeuert, nachdem in Frankreich acht Fälle von Tumorerkrankungen bei Frauen bekannt geworden waren, deren Implantate gerissen waren und sich im Körper verbreitet hatten. Der französischen Justiz liegen angeblich mehr als 2000 Beschwerden von Frauen vor. In Frankreich tragen etwa 30.000 Frauen PIP-Silikoneinlagen. In Großbritannien soll die Zahl der betroffenen Frauen bei 40.000 bis 50.000 Frauen liegen. Eine Sprecherin der britischen Kontrollbehörde für Medizinprodukte hatte hervorgehoben, dass man keinen Grund sehe, zum Entfernen der Implantate aufzurufen.

Brustimplantat - Klage

Für Sie gelesen:

 

Skandal um Brustimplantate weitet sich aus, 250 Britinnen wollen Kliniken verklagen
22.12.2011, 14:18, sueddeutsche online
www.sueddeutsche.de/leben/skandal-um-brustimplantate-weitet-sich-aus-britinnen-wollen-kliniken-verklagen-1.1241867

Von Lena Jakat
Welche Risiken das minderwertige Silikon in den Brustimplantaten eines französischen Herstellers wirklich birgt, ist umstritten. Doch die Sorge unter den 200.000 Frauen weltweit wächst - in Großbritannien steht nun eine Sammelklage an.
    
Weltweit tragen Hunderttausende Frauen minderwertige Brustimplantate des französischen Herstellers PIP (Poly Implants Prothèses). Zehntausende fürchten nun gesundheitliche Probleme - wie entzündete Nieren, Herzrasen, geschwollene Lymphknoten und chronische Müdigkeit. Die Silikonkissen stehen außerdem in Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. In Großbritannien wollen 250 Betroffene nun juristische Maßnahmen ergreifen.
Hunderttausende Frauen weltweit tragen Implantate in ihrer Brust, die unter Verdacht stehen, gesundheitsgefährdend zu sein. (© dpa)
Wie der französische Sender TF1 berichtet, produzierte das umstrittene Unternehmen bis zu seiner Abwicklung im März 2010 etwa 100.000 Brustimplantate jährlich, wovon 84 Prozent ins Ausland verkauft wurden - der Großteil nach Südamerika. Um Kosten zu sparen, hatte der Hersteller nicht das vorgesehene Silikon-Gel, sondern ein billiges Industriesilikon verwendet.
Nach der ersten Warnung durch die französische Behörde für die Sicherheit von Medizinprodukten AFSSAPS (Agence française de sécurité sanitaire des produits de santé) im Frühjahr 2010 verbannten Argentinien, Kolumbien, Venezuela und Brasilien die Silikonkissen von ihren Märkten. Doch auch in Europa waren Zehntausende der fraglichen Prothesen implantiert worden. Auch dort nahmen die Händler sie nach den Warnungen vom Markt, PIP musste Insolvenz anmelden.
Welche Gefahr tatsächlich von dem Billig-Material ausgeht, ist umstritten: Während Frankreich noch vor Weihnachten einen Aktionsplan vorlegen will, bemühten sich die britischen Behörden am Mittwochabend um Schadensbegrenzung: Man habe sich mit Organisationen aus ganz Europa ausgetauscht, hieß es aus dem Gesundheitsministerium in London. "Sie alle waren sich einig, dass es keinen Beleg für ein erhöhtes Krebsrisiko in Zusammenhang mit den PIP-Implantaten gibt und die Kissen nicht nachweisbar öfter reißen als andere", zitiert der Guardian aus einer Mitteilung des Ministeriums. Auch die brasilianischen Behörden konstatieren, es gebe in Brasilien "keinen einzigen Fall von Krebs" in Zusammenhang mit den PIP-Implantaten.
Betroffene lassen sich nicht beschwichtigen
Anders sehen das die Betroffenen und ihre Vertreter. "Bei mehr als der Hälfte unserer Klientinnen sind die Implantate gerissen, außerdem vertreten wir Frauen, die durch die aktuellen Informationen sehr besorgt sind", sagte Esyllt Hughes laut TF1. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Hugh James vertritt die walisische Anwältin mehr als 165 Frauen mit PIP-Implantaten, die über Beschwerden klagen. In Großbritannien tragen schätzungsweise 40.000 Frauen die umstrittenen Silikonkissen in der Brust.
Insgesamt wollen 250 Britinnen gegen vorerst sechs Kliniken klagen - der insolvente Hersteller steht für einen Rechtsstreit nicht mehr zur Verfügung. Die Kliniken hätten ihren Patientinnen versprochen, dass die Implantate ein Leben lang hielten, begründete James den Schritt. Ein Versprechen, dass sie offensichtlich nicht halten konnten.
Der mögliche Schaden - gesundheitlicher Art für die betroffenen Frauen und finanzieller Art für Kliniken und Versicherungen, die teilweise über kostenfreie Entfernungen der Implantate nachdenken - ist enorm. Der Hersteller sparte sich durch die Verwendung von Billig-Silikon zwar 90 Prozent der üblichen Produktionskosten, die Summe ist jedoch vergleichweise gering: Sie wird auf eine Million Euro jährlich geschätzt. 
Bei den Gesamtausgaben einer Brustvergrößerung machen die Materialkosten allerdings nur einen geringen Anteil aus: Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) ist eine Brustvergrößerung hierzulande für einen Preis ab 5500 Euro zu haben - die Preise für Brustimplantate liegen demnach zwischen 400 und 600 Euro und variieren je nach Form und verwendetem Material. Die umstrittenen PIP-Implantate hätten jedoch in einem normalen, mittleren Preisbereich gelegen, betont Sven von Saldern, Präsident der DGÄPC. Der Hersteller gab seine Kostenersparnis also nicht an die Kunden weiter.
Dem Gründer von PIP, Jean-Claude Mas, wird zudem unzureichende Kompetenz vorgeworfen: Der französische Radiosender Europe1 berichtete, dass dieser als Metzger gearbeitet hätte, bevor er mit der Herstellung von Silikonprothesen begonnen habe. Der Pariser Chirurg Patrick Baraf habe Mas deswegen wiederholt angegriffen. "Man könnte sich schon fragen, inwieweit er die Kompetenzen und Voraussetzungen besaß, um sich in die Produktion medizinischen Materials zu stürzen", zitiert der Sender den Mediziner.
In Großbritannien versucht ein Implantathersteller mittlerweile, von dem Skandal zu profitieren: Der dortige Marktführer hat bereits 20 Frauen mit einem kostenlosen Ersatz für ihre PIP-Implantate versorgt. In Deutschland spielt der Skandal bislang eine sehr untergeordnete Rolle, da der Marktanteil des Produkts hierzulande sehr, sehr gering ist.

Brustimplantate aus Frankreich

Für Sie gelesen:

 

Skandal um Brustimplantate in Frankreich Geplatzter Schönheitstraum
21.12.2011, 14:31, sueddeutsche online
www.sueddeutsche.de/leben/skandal-um-brustimplantate-in-frankreich-geplatzter-schoenheitstraum-1.1240708

Von Violetta Simon
Minderwertige Brustimplantate eines französischen Herstellers erweisen sich für mehr als 30.000 Frauen als tickende Zeitbombe: Nach dem Tod einer Frau und mehreren Krebsfällen erwägt die französische Gesundheitsbehörde in einer bislang beispiellosen Aktion, alle Silikonkissen entfernen zu lassen. Auch Deutsche sind betroffen.
Immer mehr Menschen versuchen, den Schönheitsidealen zu entsprechen, indem sie operativ nachhelfen lassen - selbst wenn sie sich eine qualifizierte Behandlung und hochwertiges Material nicht leisten können. Der jüngste Skandal um fehlerhafte Brustimplantate in Frankreich zeigt, wie hoch der Preis dafür sein kann.
Alexandra Blachere, Vorsitzende eines Vereins für Frauen mit fehlerhaften Brustimplantaten, unterstützt geschädigte Patientinnen. (© Reuters)
Wie der Guardian berichtet, wurden in den vergangenen zehn Jahren bei mehr als 30.000 Frauen defekte Implantate des französischen Herstellers Poly Implants Prothèses (PIP) eingesetzt. Schätzungen der französischen Zulassungsbehörde zufolge handelte es sich in den meisten Fällen um eine klassische Brustvergrößerung - bei etwa 20 Prozent der Frauen wurde die Brust nach einer Krebsoperation wieder aufgebaut. Insgesamt hat das Unternehmen aus Südfrankreich nach eigenen Angaben seit 1992 mehr als 200.000 Brustimplantate verkauft. Auch Tausende Patientinnen in anderen europäischen Ländern wie Spanien und Großbritannien seien betroffen.
Die Implantate stehen seit 2010 im Verdacht, den Tod mindestens einer Französin verursacht zu haben und Zigtausende weitere zu gefährden. Derzeit gibt es mindestens acht Verdachtsfälle auf Krebs - hauptsächlich Brustkrebs. Insgesamt sind bei der Justiz in Marseille mehr als 2000 Beschwerden betroffener Frauen eingegangen, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Körperverletzung und fahrlässiger Tötung. In Frankreich sollen insgesamt eine halbe Million Frauen Brustimplantate tragen.
 
Bereits Mitte des vergangenen Jahres hatte AFSSAPS (Agence française de sécurité sanitaire des produits de santé), die für die Sicherheit von Medizinprodukten zuständige französische Behörde, vor den Produkten des Billigherstellers gewarnt und deren Verkauf sowie die weitere Verwendung untersagt. Die Firma in La Seyne-sur-Mer in der Nähe von Toulon ging kurz darauf pleite, das Produkt wurde vom Markt genommen. Wie die Zeitung Libération berichtet, gehen der Regierung Warnhinweise allein aber nicht mehr weit genug. Regierungssprecherin Valérie Pécresse appellierte jetzt an die Betroffenen: "Alle Frauen mit PIP-Prothesen sollten dringend ihren Chirurgen aufsuchen."
Nach Angaben der französischen Behörden habe das Unternehmen, um Kosten zu sparen, für die meisten Implantate nicht das ursprünglich dafür vorgesehene Silikon-Gel verwendet - sondern ein billiges Industriesilikon. Das Produkt kostet den Hersteller nur ein Zehntel und brachte PIP eine Ersparnis von rund einer Million Euro im Jahr - das Risiko von Rissen und einer damit einhergehenden Entzündung ist dafür umso höher. Da das Gel zudem flüssiger ist, kann es leichter austreten und in das umliegende Gewebe eindringen.
Billig-Implantate auch in Deutschland
Offenbar wurden die fehlerhaften Billigimplantate auch nach Deutschland exportiert, so dass nun auch in der Bundesrepublik Frauen um ihre Gesundheit fürchten müssen. Für einige von ihnen wurde der Albtraum bereits Realität: "Bundesweit sind uns 19 Fälle bekannt, bei denen Implantate des Herstellers PIP in der Brust gerissen sind", sagte Maik Pommer vom zuständigen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
Wie viele es wirklich sind, sei derzeit noch unklar. "Die Gesamtzahl der Frauen, die in Deutschland PIP-Implantate erhalten haben, ist uns nicht bekannt", sagte Pommer. Auch sei noch nicht geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Brustimplantat und den Krebs-Verdachtsfällen in Frankreich gebe. Vorsichtshalber hat das Institut inzwischen eine offizielle Warnung vor den entsprechenden Produkten der französischen Firma PIP herausgegeben.
Dennoch: Ein großes Thema scheinen die fehlerhaften PIP-Implantate in Deutschland (bislang) nicht zu sein: "Der Marktanteil dieses Produktes ist bei uns sehr gering", erklärte Sven von Saldern, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC). Auch die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen erhielt nur eine geringe Resonanz auf ihre Warnung. Nach Angaben der Sprecherin Kerstin van Ark hätten sich lediglich zwei Chirurgen gemeldet, die mit PIP gearbeitet hätten. 
30.000 Implantate sollen wieder raus
In Frankreich indes scheint man das Risiko höher einzuschätzen: Dem Bericht der Libération zufolge hätten die französischen Gesundheitsbehörden in Erwägung gezogen, sämtliche Billig-Implantate bei den betroffenen 30.000 Frauen wieder entfernen zu lassend. Wie Gesundheitsministerin Nora Berra am Dienstag bekannt gab, will ihr Ministerium bis zum Ende der Woche einen entsprechenden Aktionsplan ausarbeiten.
Nach Einschätzung von Experten gibt es indes keinen Grund zur Panik. Es würde sich lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme handeln. Dem Blatt zufolge dürfte die Entfernung der Prothesen aber "einige Probleme medizinischer, administrativer und finanzieller Art" nach sich ziehen. Eine Ironie des Schicksals - sind doch gerade finanzielle Probleme der Grund dafür, dass die betroffenen Frauen sich minderwertige Implantate einsetzen ließen. Nun müssen sie erneut Kosten - und gesundheitliche Risiken - befürchten.
Die französische Gesellschaft der ästhetischen und plastischen Chirurgen (SOFCEP) sowie zwei weitere Verbände riefen ihre Mitglieder daher dazu auf, bei der Entfernung schadhafter PIP-Implantate keine überhöhten Honorare zu berechnen. Mittlerweile gab Gesundheitsministerin Berra bekannt, dass die französische Sozialversicherung - sollte sich die Regierung zu dem Schritt entscheiden - die Kosten der Implantat-Entfernung bei allen Frauen übernehmen werde.
Ein kollektiver Rückruf sämtlicher Implantate wäre eine in der Geschichte der ästhetischen Chirurgie einmalige Maßnahme. Auch wenn der Traum von der Schönheit damit geplatzt ist - wenigstens können es die Silikonkissen dann nicht mehr.

Brustimplantate Warnung

Für Sie gelesen in der Süddeutschen Zeitung online vom 31.3.2010:

http://www.sueddeutsche.de/leben/380/507538/text/

Zitat:

 

"Gefährliches Silikongel -  Platzende Brustimplantate
In Frankreich herrscht Aufgregung um Brust-OPs: Ein nicht zugelassenes Silikongel kann Implantate zum Platzen bringen. Bis zu tausend Frauen sind betroffen.

Risiko Brust-OP: In Frankreich sind Brustimplantate eines bestimmten Herstellers geplatzt.

Die französischen Behörden haben den Verkauf eines in Frankreich hergestellten Brust-Implantats gestoppt, bei dem es verstärkt zu Rissen kommen kann. Bei dem Produkt der Firma Poly Implant Prothese (PIP) habe es auffällig viele Beschwerden über ein Platzen des Silikon-Implantats gegeben. Die Staatsanwaltschaft von Marseille teilte mit, sie habe Ermittlungen gegen die Herstellerfirma aufgenommen.

Am Vortag hatte die Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte die Implantate aus dem Handel genommen. Die Firma habe für die Füllung nicht zugelassenes Silikon-Gel verwendet, hieß es. Dieses könne die Hülle des Implantats angreifen und so Risse verursachen. Bis zu tausend Französinnen bräuchten möglicherweise ein neues Implantat. Wie viele Frauen im Ausland betroffen sind, war unklar. PIP exportierte 90 Prozent seiner Produktion.

Der Aufsichtsbehörde zufolge wurden die Brustimplantate des Unternehmens seit 2001 bei 35.000 bis 45.000 Frauen in Frankreich eingesetzt. Diese sollten jetzt von einem Arzt überprüfen lassen, ob ihre Implantate Rissen hätten. Prüfer der Afssaps hatten die Produktionsstätte der Firma in La Seyne-sur-Mer in der Nähe des südfranzösischen Toulon untersucht, nachdem aufgefallen war, dass es bei den Implantaten von PIP doppelt so häufig zu Rissen kam wie bei den Produkten anderer Hersteller. "

 

 

 

Wir beraten Sie gerne
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Brustvergrößerung Kosten

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